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Panther

 Im Porträt:

Panther

Diesen Seehunde bekam ich nur an zwei Tagen jemals zu Gesicht. Aber diese beiden Begegnung waren vielleicht eine frühe Inspirationsquelle für diesen Blog. Seehunde hatte ich schon öfter beobachtet dort am Weserwehr, aber nie hatte ich mir so viel Zeit genommen. 


Es war der 19. November 2019. Ich stand in der Nähe der Weserschleuse und beobachtete zum ersten Mal einen Seehund, den ich später noch näher kennen lernen sollte: Joana. Irgendwann sah ich am südlichen Weserufer gegenüber, mindestens zweihundert Meter entfernt von Joana, einen anderen Seehund. Ich war verwirrt, denn Joana konnte unmöglich in so kurzer Zeit diese Strecke getaucht sein.

Je länger ich schaute, desto deutlicher wurde, dass dort irgendwas vor sich ging. Eine kleine Schar Möwen interessierte sich auffällig für die Weserrobbe und kreiste unentwegt über ihr.



Der Seehund hatte ganz eindeutig etwas, was die Möwen auch haben wollten. Und es dauerte auch nicht lange, bis ich das Objekt der Begierde zu sehen bekam.


Der Fisch war riesig. Viel zu groß vor ein Seehundsmaul. Die Möwen witterten ihre Chance.



Die Weserrobbe versuchte, den Fisch zu zerreißen. Das Gebiss der Robben ist nicht zum Abbeißen konstruiert wie das von Haien, deshalb müssen sie es wie die Krokodile machen und zu große Beute mit Gewalt zerfetzen. Das gelang dem Seehund, und es hatte den Effekt, dass die Möwen sich auf einige Fetzen stürzten und den Seehund in Ruhe ließen, der mit seinem fetten Fisch weiter schwamm.


Was dann passierte zeige ich hier in vergrößerten Ausschnitten, denn damals hatte ich noch kein 600er-Tele. Panther - so nenne ich den stark gefleckten Seehund seit dieser Szene - tauchte an einer Stelle mit wenig Strömung auf und griff den großen Fisch mit beiden Vorderflossen. Als wären seine Flossen Hände. Er zerriss den Fisch in aller Ruhe und fraß die Fetzen.







Die Szene dauerte insgesamt etwa eine Dreiviertel Stunde. An diesem Tag bekam ich zwei Seehunde gleichzeitig zu sehen, aber ich sah sie nicht zusammen. Was natürlich nicht bedeutet, dass sie nichts mit einander zu tun hatten! Ich kann nur die kurzen Zeiträume schildern, die ich beobachten konnte. Was wissen wir schon, was die Robben in der Zwischenzeit tun? 


Erst viert Tage später sah ich Panther wieder, ein paar Hundert Meter stromaufwärts am Weserwehr. An diesem Tag, dem 23. November 2019, waren die beiden Seehunde zusammen und sie interessierten sich offensichtlich sehr füreinander. 


Bis heute sind die beiden kurzen Begegnungen mit Panther ein absolutes Highlight meiner noch jungen Karriere als Robbenstalker. Ich merkte: Es lohnt sich, ein, zwei Stunden zu opfern um die Seehunde wirklich zu beobachten. Ich war angefixt.



Joana, die ich anhand ihrer Flossenmarke identifiziert hatte, konnte ich noch bis zum Jahresende 2019 beobachten, dann verschwand sie. Und Panther, den gefleckten Fischezerreißer, habe ich seither nie wieder gesehen.



Panthers Erkennungszeichen: 
  • Sehr dunkle Oberseite
  • Sehr dunkles Gesicht
  • Zahlreiche helle Flecken hinter dem Gesicht, an der Unterseite








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